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ZU VIEL
Film von Patrick Müller
Vimeo

DE: Zu viel: Überwältigt von den Eindrücken des herannahenden Frühlings und der Erinnerung an die Geliebte kämpft der junge Eduard Mörike (1804–1874) in seinem 1830 entstandenen Sonett Zu viel mit seinen Gefühlen und sich selbst. Er selbst war auch evangelischer Pfarrer, haderte aber bis zu seiner frühen Pensionierung stets mit diesem „Brotberuf“. Im gleichnamigen Film werden dem Text Bildazzoziationen zu Seite gestellt.

EN: Too much: Overwhelmed by the impressions of the approaching spring and the memory of the beloved, the young Eduard Mörike (1804–1874) struggles with his feelings and himself in his 1830 sonnet Zu viel.

FR: C'est trop: Accablé par les impressions de l'approche du printemps et de la mémoire du bien-aimé, le jeune Eduard Mörike (1804–1874) se débat avec ses sentiments et lui-même dans son sonnet Zu viel de 1830.

Deutschland. 2011. DV, 8 Min.

IMDB-Eintrag

DVDuell, Daniel Neumann, 31.05.2011: „Im Gegensatz zu dem kleinen Projekt, dass wir letztes Jahr in Frankreich realisiert haben (gemeint ist LA MER), haben die Bilder hier, glaube ich, weniger eine illustrative Funktion. Dies scheint mir ein Dokumentarfilm zu sein. Zum einen eröffnet die Narration den fiktiven Raum des Gedichts, indem ein Zwiespalt den Erzähler quält, der von der Erinnerung an seine verflossene Liebschaft nicht loskommt, gerade nun, wo sich alles wieder so einzurichten schickt, das Gedächtnis anzuregen. Andererseits kommentierst du mit deinen eigenen Bildern, die teils den Frühling des Gedichts revozieren, teils die Differenz zwischen Möhrikes Elegie und deinem Film verdeutlichen, das es sich um eine falsche Erinnerung handelt. Die Welt des Gedichts zerfließt, um deine Einstellungen zu besetzen; das Haus an der Fichte ist das des Films, mehrdeutig aber als Vergangenes, der Ort virtueller Erinnerungen und als Gegenwärtiges das Fortschreiten der Zeit besiegelndes. Aber der Text selbst ist schon ambivalent genug, denn dunkel bleibt, was die Unentschlossenheit des Erzählers auslöst, worin sie überhaupt besteht. Diesen blinden Fleck will der Film, glaube ich, auch gar nicht berühren, sondern nur mit der resignativ angehauchten Musik umspielen. So würde ich auch die Betonung nicht als unpassend bezeichnen, als Gleichbleibende versucht sie nicht die Stimme des Schreibers selbst zu repräsentieren, sondern trägt das Gedicht wie in einer fremden Sprache geschrieben vor, mit dem Ergebnis, dass es mit den Bildern wunderbar vermittelt wird, als ein gleichzeitig beobachtendes, suchendes und revokatives Unternehmen. So entgeht der Versuch der Visualisierung von Möhrikes Gedicht der Falle, die Stimmung nur durch Bild und Ton zu verdoppeln. Deine Wahl war glücklich, da sie auf ein Werk fiel das in sich selbst rissig genug ist, als umherwandernder Geist deinen Film zu beseelen.“

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